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Wie schätze ich die Risiken geschlossener Fonds am besten ein?
Geschlossene Fonds als Anlageformen des Grauen Kapitalmarktes gelten unter Privatanlegern gemeinhin als riskant. Doch nicht jede geschlossene Beteiligung birgt automatisch hohe Risiken. Oftmals kann eine Investition in einen geschlossenen Fonds das Gesamtrisiko eines Portfolios sogar senken und seine Schwankungsbreite verringern. Doch wonach – außer nach den persönlichen Vorlieben und dem eigenen Chance-Risiko-Profil – kann der Anleger sich bei der Auswahl geschlossener Fonds richten und wie kann er deren Risiken möglichst einfach einschätzen?
Anhand weniger Merkmale kann man geschlossene Beteiligungen einer einfachen Risikoprüfung unterziehen. Zwar kann ein solcher Vorabcheck mögliche Verlustrisiken nicht ausschließen, jedoch wird durch ihn das Risiko einer Fehlentscheidung erheblich minimiert. Dieser Risikocheck sollte folgende Punkte umfassen:
- Leistungsbilanz des Initiators
- Laufzeit des Fonds
- Ausgabeaufschlag
- Nebenkosten (Weichkosten) des Fonds
- Nennung der Investitionsobjekte im Verkaufsprospekt
- Garantiezusagen
- Fremdkapitalquote
- Anzahl der Investitionsobjekte innerhalb des Fonds
- Rechtsform des Fonds
- Möglichkeiten des vorzeitigen Verkaufes von Fondsanteilen
Bei der Auswertung dieser Punkte kann man geschlossene Fonds je nach deren Ausprägung in verschiedene Risikoklassen einteilen, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen:
Geringes Risiko
- Solide Leistungsbilanz des Initiators aus welcher die erfolgreiche Auflegung und Abwicklung mehrerer Fonds in der Vergangenheit hervorgeht
- Möglichst kurze Laufzeit (3 bis 5 Jahre)
- Niedriger Ausgabeaufschlag (lässt sich auch durch den Kauf der Fondsanteile über einen Fondsvermittler erzielen)
- Geringe Nebenkosten (Weichkosten) im Bereich von 10 bis 12 Prozent
- Bekanntgabe aller Investitionsobjekte im Verkaufsprospekt
- Im Verkaufsprospekt aufgeführte Platzierungs-, Mietausfall- oder Zinsgarantien sind durch Banken, staatliche Institutionen oder solvente Firmen abgesichert
- Niedrige Fremdkapitalquote von unter 30 Prozent
- Mehrere Investitionsobjekte innerhalb des Fonds
- Zusage des Initiators, Fondsanteile auch vor Ablauf der Laufzeit zurückzunehmen
Mittleres Risiko
- Die Leistungsbilanz des Initiators weist einige nicht planmäßig bzw. wie prospektiert abgewickelte Fonds aus
- Mittlere Laufzeit (5 bis 10 Jahre)
- Mittlerer Ausgabeaufschlag (lässt sich auch durch den Kauf der Fondsanteile über einen Fondsvermittler erzielen)
- Nebenkosten (Weichkosten) im Bereich von 12 bis 15 Prozent
- Bekanntgabe eines Großteils aller Investitionsobjekte im Verkaufsprospekt
- Im Verkaufsprospekt aufgeführte Platzierungs-, Mietausfall- oder Zinsgarantien sind durch einen seriösen Initiator oder solvente Firmen abgesichert
- Mittlere Fremdkapitalquote von 30 bis 60 Prozent
- Wenige Investitionsobjekte innerhalb des Fonds
- Handel der Fondsanteile über den Zweitmarkt möglich
Hohes Risiko
- Der Fondsinitiator kann keine Leistungsbilanz vorweisen. Gründe dafür sind entweder, dass er neu am Markt ist oder aber in der Vergangenheit keine Fonds planmäßig zu Ende geführt hat
- Lange Laufzeit (mehr als 10 Jahre)
- Hoher Ausgabeaufschlag (lässt sich auch durch den Kauf der Fondsanteile über einen Fondsvermittler erzielen)
- Nebenkosten (Weichkosten) im Bereich von über 15 Prozent
- Bekanntgabe von weniger als der Hälfte aller Investitionsobjekte im Verkaufsprospekt
- Im Verkaufsprospekt aufgeführte Platzierungs-, Mietausfall- oder Zinsgarantien sind durch einen unbekannten Initiator oder unbekannte Firmen abgesichert
- Hohe Fremdkapitalquote von über 75 Prozent
- Nur ein Investitionsobjekte innerhalb des Fonds
- Kein Zweitmarkt für die Fondsanteile vorhanden oder Verkauf über den Zweitmarkt nur mit großem Abschlag möglich
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